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Fachgruppe
"Standards"
Standards und
Qualitätsmanagementverfahren der Arbeitsgemeinschaft der Kunst- und
Museumsbibliotheken
Bibliotheken
widmen sich heute neben den traditionellen Arbeitsfeldern zunehmend
neuen Aufgaben, und sie tun dies bei bestenfalls gleichbleibender,
häufig aber sinkender Ausstattung mit Personal und finanziellen
Mitteln. Um die Effizienz der bibliothekarischen Arbeit zu steigern
und das Dienstleistungsangebot erweitern zu können, bedienen sich
Bibliotheken verstärkt solcher Verfahren wie Leistungsmessung und
Qualitätsmanagement.
Auch die Arbeitsgemeinschaft der Kunst- und Museumsbibliotheken hat
sich in dieser Fachgruppe mit fachlicher externer Unterstützung mit
solchen Verfahren beschäftigt und diskutiert, wie Kunst- und
Museumsbibliotheken „in Zeiten knapper Kassen die Zukunft gestalten“
und Trägerinstitutionen und externen Gutachtern gegenüber ihre
Unverzichtbarkeit für Forschung, Lehre und Studium vermitteln
können. Das Ergebnis der intensiven Diskussionen ist das
Qualitätsmanagementverfahren der AKMB, basierend auf den Standards
in Kunst- und Museumsbibliotheken in ihrer jeweils neuesten Fassung.
Seit Herbst 2007 können interessierte Bibliotheken ihre Leistungen
in einem Auditierungs- und Zertifizierungsverfahren durch
Fachkollegen prüfen lassen. Die Zertifizierung erfolgt durch das
Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft der
Humboldt-Universität zu Berlin.
Bis Dezember
2008 haben sich drei Institutionen diesem
Qualitätsmanagementverfahren gestellt, das gegenüber anderen in der
Bibliothekslandschaft praktizierten Verfahren (z.B. nach DIN ISO
9001/2000, CAF/EFQM-Modell oder durch kollegiale Beratung) den
einzigartigen Vorteil der fachlich fundierten inhaltlichen Prüfung
von Bibliotheksleistungen mit der Zertifizierung durch eine externe
wissenschaftliche Institution hat.
Dazu Zitate
von den beteiligten Bibliotheksleitungen:
Kathrin Mayer
(Institut für Moderne Kunst, Nürnberg):
„Die
kritisch-konstruktive Bespiegelung durch das Audit hatte in
vielerlei Hinsicht positive Folgen. Der Blick von außen machte
klarer, wo unsere Stärken und Schwächen liegen und an welchen
Punkten wir ansetzen können, um das Leistungsvermögen unserer
Bibliothek weiter zu optimieren (z.B. Öffentlichkeitsarbeit).“
Dr. Simone
Moser (Museum für Moderne Kunst Stiftung Ludwig, Wien):
„Schon im Vorfeld des Audits macht die Reflexion aller Aspekte
der alltäglichen Arbeit bewusst, wie vielfältig sich die
Herausforderungen beim Aufbau, der Weiterführung und Betreuung einer
wissenschaftlichen Bibliothek darstellen. Bereits daraus haben sich
gute Anregungen ergeben.
Auch die sich im eigentlichen Auditverfahren ergebenen „Minuspunkte“
haben ihr Positives – nämlich objektivierbare Hinweise auf
Verbesserungspotenziale, die teils ad hoc von den Verantwortlichen
aufgegriffen wurden. Direkte Folgen aus dem Verfahren waren:
-
ein erhöhtes
Problembewußtsein bezüglich des Einbaus einer Klimaanlage, verbunden
mit nunmehr ersten Schritten in Richtung Realisierung
-
exaktere
Stellenbeschreibungen und klarere schriftliche Aufgabenverteilung im
Team
-
Argumentationshilfe betreffs der Dringlichkeit der anvisierten
Aufnahme in einen überregionalen Verbundkatalog
Das
Zertifizierungsverfahren der AKMB hat in der Bibliothek des MUMOK
aus meiner Sicht mit einer Win-Win Situation für alle Beteiligten
geendet. Es hat einerseits das Konzept und Image der Bibliothek nach
innen und außen bestätigt und darüber hinaus Perspektiven und
Visionen eröffnet. Das Prinzip „Fachleute für Fachleute“, das dem
Verfahren zu Grunde liegt, ist ein ausgesuchtes Kriterium, das
Qualität auf hohem Niveau garantiert – von der Erarbeitung der
Standards an über das Auditieren bis zur Zertifizierung.“
Martina
Behnert (Sprengel-Museum Hannover):
„Die erforderliche Punktzahl wurde im Audit der Bibliothek des
Sprengel-Museums zwar knapp verfehlt, aber wichtiger als das
Zertifikat selbst war uns letztlich ein objektiver Blick auf die
eigene Arbeit. Die Einschätzung von Außenstehenden bietet dabei eine
sehr gute Ausgangsbasis zum kurz- und längerfristigen Erreichen von
Zielen der Bibliotheksarbeit im eigenen Haus und für die
Öffentlichkeit. Besonders hilfreich war auch das Abschlussgespräch
mit der Direktion, in dem Probleme in einem sonst nicht üblichen
Rahmen aufgezeigt aber auch die interne wie externe Wertschätzung
der bisher geleisteten Arbeit deutlich gemacht werden konnte.“
Erste Zertifikate gehen an Nürnberg und Wien!
Am Dienstag, dem 03.06.2008, wurden auf dem 97. Bibliothekartag in
Mannheim die ersten beiden erreichten Zertifikate von Herrn Prof.
Dr.
Umlauf überreicht. Zertifiziert wurden die Bibliotheken des
Instituts
für moderne Kunst Nürnberg und des Museums für Moderne Kunst
Stiftung
Ludwig Wien.
Text Standards Version
2 (Stand 05.11.2008)
Text
Qualitätsmanagementverfahren (Stand 01.12.2008)
Kurzinformation Zertifizierungsverfahren der AKMB
Die Fachgruppe
"Standards" lädt alle Interessierten zur aktiven
Mitarbeit ein.
Mitglieder
- Ansprechpartnerin: Michaela
Probst, Persönlich, Universitätsbibliothek Potsdam, Am Neuen
Palaus 10, 14469 Potsdam, Tel.: +49/0331/977-1555
- Claudia
Darmer, Hochschule für Grafik und Buchkunst, Leipzig /
Bibliothek
-
Andrea Glöckner,
Hochschule für Bildende Künste Braunschweig /
Bibliothek
-
Karin
Huß, Hochschule für Bildende
Künste, Dresden
-
Andrea Joosten,
Kunsthalle Hamburg, Bibliothek
-
Martin
Zangl, LWL-Landesmuseum
für Kunst und Kulturgeschichte Münster
Die Fachgruppe Standards wird
fachlich und organisatorisch unterstützt von Prof.
Dr. Konrad Umlauf (Institut
für Bibliotheks- und Informationswissenschaft der Humboldt
Universität zu Berlin)
und
von Meinhard Motzko (Praxis Institut).
Literatur- und Materialsammlung
-
Nikola
Appel: Standards für Kunst- und Museumsbibliotheken;
Dipl.-Arbeit, Hannover 2008. (dargestellt werden
Hintergrund, Entstehung und Praxis des
Qualitätsmanagementverfahrens)
-
Nikola Appel, Standards für Kunst- und Museumsbibliotheken. Das
Qualitätsmanagementverfahren der Arbeitsgemeinschaft der Kunst-
und Museumsbibliotheken (AKMB)
-
Konrad Umlauf:
Leistungsmessung und Leistungsindikatoren
für Bibliotheken im Kontext der Ziele von
Nonprofit-Organisationen
(Berliner Handreichungen zur Bibliothekswissenschaft. 116)
-
Cornelia Vonhof: Ausgezeichnete Bibliothek! HdM Stuttgart
verleiht Qualitätsmanagement-Zertifikat in: BuB – Forum
Bibliothek und Information 60 (2008) 7-8, S. 530 ff.
-
Heidrun Wiesenmüller: Bibliotheken und Qualitätsmanagement;
Fortbildung an der Hochschule der Medien Stuttgart, am 7. Juli
2008
-
British Museum / Libraries and Archives Councils (enthält
unter anderem Standards und Guidelines für Museen, Bibliotheken
und Archive)
-
Ulla Wimmer: Das DBS-Indikatorenraster: Ein neuer Ansatz für den
Bibliotheksvergleich am Beispiel der Öffentlichen Bibliotheken,
in: Bibliotheksdienst Heft 10, 1999
-
Hans-Christoph Hobohm:
Leistungsindikatoren und Kostenmanagement im Bibliotheks- und
Informationswesen; Lehrveranstaltung WS 2000/2001
Literaturverzeichnis
-
Bibliothekskonzept Bozen: ein Entwicklungsmodell für Standards
des öffentlichen Bibliothekswesens Südtirol
-
ARLIS/NA Standards Committee (ausführliche Sammlung von
Standards)
-
Core Competencies for Art Library and Visual Resources (Die
vorläufigen Ergebnisse einer 2003 von ARLISNA eingesetzten
Arbeitsgruppe, die zur Aufgabe hat, Empfehlungen über die für
unseren Beruf nötigen Kompetenzen [Wissen, Fähigkeiten und
persönliche Eigenschaften] zu erarbeiten.)
-
"Die Behördenbibliothek im Zeitalter elektronischer Information"
Memorandum der Arbeitsgemeinschaft der Parlaments- und
Behördenbibliotheken (APBB), verabschiedet auf dem Leipziger
Kongress 2004
-
Neuorientierung des deutschen Bibliothekswesen - ein Vorschlag
der Bundesvereinigung deutscher Bibliotheksverbände und des
Bertelmann- Konzerns
-
British Library: Making a measurable difference.
(In ihrem neuesten Jahresbericht für 2003/2004
zeigt die British Library, wie man Erfolg in Zahlen misst.
Welchen konkreten Beitrag die British Library zum
wirtschaftlichen, kulturellen und intellektuellen Leben der
britischen Nation leistet, ließ sie in 2003 als erste
Nationalbibliothek der Welt durch eine Methode die von
Wirtschaftswissenschaftlern entwickelt wurde, messen. Das
Ergebnis: die British Library generiert jährlich 363 Mio.
britische Pfund für die britische Wirtschaft, oder anders
ausgedrückt:für jedes mit Steuergeldern in die Bibliothek
investierte britische Pfund gibt sie 4,40 britische Pfund zurück
-
Berufsbild 2000: Bibliotheken und Bibliothekare im Wandel
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